Renaissance-Kacheln richtig nutzen

Liebe Tanglerinnen und Tangler,

letzte Woche habe ich euch ja versprochen, dass ich euch heute zeigen werde, was aus meiner Kachel für den Muster-Mixer geworden ist. Ich hatte nur einen Rahmen mit den beiden Mustern gezeichnet und wollte die Kachel dann später noch ausfüllen.

Inzwischen ist natürlich die ganze Kachel fertig geworden und ich dachte mir, daraus könnte man auch schön einen kleinen Exkurs über Renaissance oder braune Kacheln machen. Schaut euch das Resultat erst einmal an:

Wie ihr seht, bin ich hier ganz schön vom traditionellen Schwarz-Weiß abgewichen. Die Kachel wirkt richtig bunt! Außerdem wirken einige Bereiche unglaublich plastisch. Und das ist das Schöne an Renaissance-Kacheln.

Denn durch die Möglichkeit, zwei weitere Farben zum Tangeln zu verwenden, und durch die Hervorhebungen mit Weiß, eröffnet sich eine ganz neue Welt. Das hat einerseits Vorteile, andererseits kann es zu Anfang auch eine ganz schöne Herausforderung darstellen. Schauen wir uns das mal im Detail an:

 

Für das Muster Crescent Moon habe ich nicht nur das bei Renaissance-Kacheln übliche Braun verwendet, sondern auch Schwarz und Weiß hinzugefügt. Zusätzlich fängt mit jeder neuen Farbe eine neue Reihe "Monde" an.

Auch hier habe ich mutig zum schwarzen Stift gegriffen und das ganze mit Weiß umrandet. Außerdem habe ich die Blümchen noch mit dem weißen Kohlestift verziert, so dass sie jetzt ziemlich aus dem Bild herausstechen.

Wenn ihr euch das obere Bild anschaut, werdet ihr außerdem feststellen, dass ich die Schattierungen mit unterschiedlichen Stiften hinzugefügt habe. Bei Braun habe ich einen braunen Aquarellstift verwendet, bei Schwarz einen Bleistift. Man kann natürlich auch alles mit Braun oder alles mit Bleistift schattieren. Das ist reine Geschmackssache. Hier noch zwei Beispiele zur Schattierung:

  

Außerdem fällt euch vielleicht auf, dass die Noppen auf dem rechten Bild sehr kugelig aussehen. Das liegt hier an der Schattierung (in Braun jeweils links unten) aber vor allem auch an den weißen Highlights. Diese liegen immer auf der dem Schatten abgewandten Seite. Hier seht ihr, was man mit dem richtigen Schatten und geschickt platzierten Highlights noch rund bekommt:

Was hier allerdings auch hilft, ist die Schraffur. Die gekrümmten Linien deuten quasi schon die Rundung an. Ohne diese drei Elemente (Schatten, Highlights, Formschraffur) würde das Auge hier nur sehen, was tatsächlich da ist: eine zweidimensionale Fläche.

Ihr seht: Auf Renaissance-Kacheln kann man ganz schön toll zaubern. Probiert es doch gleich mal aus! Ich freue mich, ein paar eurer Ergebnisse zu sehen.

Bis nächste Woche!

Eure Anya

++ Zentangle® und die Zentangle-Methode sind urheberrechtlich geschützt und wurden von Rick Roberts und Maria Thomas erfunden. Zentangle® ist ein registriertes Warenzeichen von Zentangle Inc. Mehr Informationen unter zentangle.com ++

 

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